SULMTALER das Original
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Verfügbarkeit der Sulmtaler Hühner

Die Sulmtaler Vermarktungs-GmbH tritt als zentraler Vermarktungspartner zurück, die in den letzten Jahren aufgebaute Verteilerlogistik ist ruhend gestellt und die Aufzucht der Sulmtaler Hühner quantitativ reduziert.

Sie erhalten Sulmtaler Hühner ab Mitte Oktober direkt bei unserm BAUERN-PARTNER:

Strohmaier Gertrude
Fantsch 17
A-8444 St. Andrä im Sausal
Tel.: 0664 4314686


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunden!

In den letzten Jahren konnte man über unser Verteilernetz - Internet-Shop, Abholpartner, Vertriebspartner und Handel - beinahe überall in Österreich und auch in München das geschätzte Sulmtaler Huhn beziehen. Von Oktober bis Anfang März war diese langsam wachsende Geflügelrasse schlachtfrisch erhältlich. 28 bis 32 Wochen dauert die aufwendige Aufzucht unserer Freilandhühner - im Schnitt also 200 Tage und somit ca. 7mal solange wie Hybridmasthühner aus der Massentierhaltung, die ja bereits mit 27 bis 35 Tagen geschlachtet werden.

Die Natur hat es so eingerichtet, dass ca. 50% der geschlüpften Kücken männlich sind. An sich gar kein Problem; schnell wachsende Masthühner werden ja bereits im Alter von 4 bis 5 Wochen geschlachtet, lange bevor diese geschlechtsreif werden. Das Geschlecht spielt dabei also keine Rolle. Bei Legehühnern (Eierproduktion) werden die männlichen Tiere nach dem Schlupf sogleich geschreddert oder vergast. 
Nicht so beim Sulmtaler!
Langsam wachsendes Geflügel, etwa das franz. Bresse Huhn, das ital. Huhn von Morozzo und auch die Rasse Sulmtaler werden frühestens im Alter von 28 Wochen geschlachtet. Sie erreichen also alle ab der 14/15 Woche die Geschlechtsreife. Die männlichen Tiere, die Hähne, leben nun ihr Hahnengehabe voll aus: sie werden aggressiv, attackieren einander, die Schwachen kommen zu Tode, das Krähen in der Gruppe wird unerträglich laut .
Um nicht alle männlichen Tiere nach dem Schlüpfen gleich wieder töten zu müssen, werden Hähne kastriert (kapaunisiert). Sie produzieren dann keine Testosteron, werden ruhig und entfalten kein aggressives Hahnengehabe. Diesen Kapaungruppen können in der Aufzucht dann nicht kastrierte Hähne untermengt werden.

  • Gesetzlicher Rahmen - Tierhaltegesetz sieht in Österreich diese Möglichkeit der chirurgischen Kastration nicht vor.
  • Polarisierende Diskussion in der Gesellschaft, zwei Lager:
    a) Strikte Gegnerschaft zur Kastration ohne Aufzeigen gangbarer Alternativen
    b) Wertschätzung und Unterstützung zur Erhaltung und wirtschaftlichen Nutzung langsam wachsender Geflügelrassen - besser Kastration als die frisch geschlüpften männlichen Küken gleich wieder zu töten

 

Überlegungen zur Kapaunisierung (Kastration) - warum, wie und wo?

Was früher auf den Bauernhöfen Usus war, nämlich die Hähne zu kastrieren, war zuletzt in Österreich jahrzehntelang kein Thema mehr. Mit den schnellwachsenden Hybridhühnern(27 bis 35 Tage Mastzeit) und der Industrialisierung der Hühnermast verschwanden viele alte Hühnerrassen und auch das Thema Kapaunisieren.
Nicht so in anderen Ländern. In Frankreich gibt es das bekannte Bresse-Huhn, eine langsam wachsende Geflügelrasse, damit aber auch die Notwendigkeit der Kastration der Hähne. So auch etwa in Italien - das Huhn von Morozzo, den Kapaun von Morozzo; in Slowenien wird nachwievor das Prelux Geflügel, der Prelux Kapaun gezüchtet . In diesen und anderen Ländern ist die Kastration gesetzlich geregelt und möglich. In Österreich sieht das Tierhaltegesetz eine solche Möglichkeit nicht vor.
Will man nun die Vielfalt an Geflügel und auch hochwertiges Geflügel langsam wachsender Rassen muss man sich dem Thema der Haltung der Hähne stellen - die Kastration ist zurzeit die einzige Möglichkeit Hähne wirtschaftlich in größeren Gruppen zu halten.

Die Sulmtaler Hähne wurden im benachbarten Slowenien (ca. 30min Fahrzeit) chirurgisch unter Aufsicht einen Veterinärs vom geschulten Fachpersonal kastriert. Der chirurgische Eingriff dauert wenige Sekunden. Danach lebt der kapaunisierte Hahn ein gemächliches, völlig stressfreies Leben in Harmonie mit Hahn und Henne. Anders als seine Geschlechtsgenossen muss er nicht kämpfen, krähen, scharren stolzieren und andere Hähne vertreiben. Bis zu seinem letzten Tag genießt er in aller Ruhe ein entschleunigtes, testosteronfreies Leben.

Das Verbringen von lebenden Sulmtaler Junghähnen zum Kapaunisieren ins benachbarte EU-Land Slowenien bedarf eigener Zulassungen und erfordert bürokratischen Aufwand. Diese für uns logistisch unbefriedigende, komplizierte Regelung und der zum Teil massive Wiederstand gegen die chirurgischen Kastration veranlassen uns zum einen uns um eine Legalisierung des Eingriffes in Österreich zu bemühen und zum anderen arbeiten wir an Alternativen zur chirurgischen Kastration. Dabei unterstütz uns z.B. auch die Uni Wien (Institut für Angewandte Botanikt und Pharmakognosie). Natürlich pflanzliche Wirkstoffe könnten, so hoffen wir, dem Futter beigemengt das Hahnengehabe reduzieren und die Haltung von Hähnen ohne chirurgische Kastration möglich machen (ein Pflanzenkapaun).

In der heurigen Saison wurden weniger Küken aufgezogen und die Hähne nicht kastriert. Die Hähne werden von einem Bauern mit isolierter Hoflage (keine unmittelbaren Nachbaren, die durch das intensive Krähen gestört werden könnten) in kleinen Gruppen gehalten.

Unsere Aufgabe sehen wir nun in der Lösung der Problematik der Kastration. Als zentraler Vermarktungspartner treten wir in den Hintergrund.
Die von Ihnen geschätzten Sulmtaler Hühner erhalten Sie nun direkt bei unseren Partnern in der Landwirtschaft.
Großabnehmer können in der aktuellen Saison nun leider nicht beliefert werden. Wir hoffen aber, im nächsten Jahr wieder als zentraler Vermarktungspartner auftreten zu können.


Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit und für das uns entgegengebrachte Vertrauen und bitten Sie herzlich, uns auf dem hier kurz skizzierten Weg gedanklich zu unterstützen. Gerne werden wir uns wieder bei Ihnen melden, wenn es interessante Fortschritte gibt.

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